DIE WELT: Landbruget i Tyskland overbelaster 90 % af vandløbene med nitrat (tysk)

Lange Zeit konnten sich die Bauern auf eine Klausel im Naturschutzrecht berufen, wonach eine “ordnungsgemäß” betriebene Landwirtschaft im Allgemeinen den Zielen des Naturschutzes diene und kein Eingriff in Natur und Landschaft sei, wobei nicht näher ausgeführt wurde, was mit dem Begriff “ordnungsgemäß” gemeint sei. Erst 1998 wurden entsprechende Auflagen definiert, jedoch bis heute nicht ins landwirtschaftliche Fachrecht umgesetzt. Daher, so Hey, engagierten sich die Bauern weiterhin zu wenig für den Umweltschutz. Das zeigt sich zum Beispiel beim Gewässerschutz. So hat sich der Zustand des Wassers seit 1985 zwar verbessert, was aber vor allem daran liegt, dass in kommunale und industrielle Kläranlagen investiert wurde. “Entsprechend ist der Anteil der Landwirtschaft an den Belastungen gestiegen”, heißt es in dem 15-seitigen Papier. Nur zehn Prozent der Flüsse, Bäche und Seen in Deutschland erreichen heute eine guten bis sehr guten ökologischen Zustand – vor allem, weil noch immer zu viel Stickstoff aus der Landwirtschaft in Form von Nitraten in die Gewässer gelangt.

Kilde: Landwirtschaft: Politik erlaubt Bauern zu viele Umweltsünden – DIE WELT